Heute war noch ein Heim-Tag, einschliesslich eines Spaziergangs mit Eli und Ida um den Block. In den Hochzeiten Nigerias um die 70er und 80er gab es hier noch grosszuegig ausgebaute vierspurige Strassen. Inzwischen ist vieles verkommen. Damals waren viele Anwesen wohl auch noch freistehend; doch heute umgibt sich jeder, der die Abwesenheit von Einbrechern schaetzt, eine Mauer um sich. Spazierengehen ist hier ganz und gar nicht ueblich, man schaute uns ganz verdutzt an. Hier laeuft nur zu Fuss, wessen Auto eine Panne im Nirgendwo hatte und dessen Handyakku leer ist und niemanden in der Umgebung besuchen kann. Das Erkunden der Umgebung war dennoch sehr interessant, doch beschraenkt man sich wegen der Hitze auf kleinere Etappen.

Die Temperaturen sind recht hoch bei ueber 30 Grad, allerdings ist die Luftfeuchtigkeit ebenso hoch bzw. gering bei 20 bis 40 Prozent, was das Ganze deutlich erträglicher macht. Sehr angenehm ist es mit einer frischen Dusche und rotierenden Deckenventilatoren – was aber nur geht, wenn Strom und Wasser fliessen.
Fliessendes Wasser habe ich im Haus erst einmal bemerkt, denn die staedtische Versorgung laesst zu wuenschen uebrig. Nachdem Leitungswasser nur unregelmaessig fliesst, bevorratet man es in Reservoirs, Eimern, Schuesseln und sonstigen Behaeltnissen. Ebenso wuerde man es mit dem Strom machen, doch der ist nunmal schwieriger zu speichern. Daher weicht man auf Generatoren mit Lichtmaschine aus und wandelt Benzin so in Licht um. Das Stromnetz ist aufgrund der Ueberbevoelkerung voellig ueberlastet und bricht regelmaessig zusammen.
Man darf sich besonders gluecklich schaetzen, wenn man Strom und Wasser gleichzeitig hat, und darf von einem Jackpot reden, wenn das Duett aus Strom und Wasser so lange haelt, dass die Waschmaschine das Programm vollstaendig durchlaufen kann.