Tag 16: Tee mit allem in Kaduna

Tag 2 in Kaduna beginnt ungewöhnlich kühl. Es war die erste Nacht in Nigeria mit AC und ziemlich kalt. Ein Deckenventilator ist tatsächlich angenehmer, wie ich jetzt merke auch da der Unterschied zu draußen dann erträglicher ist. Mein Gastgebervater möchte einen Freund treffen, der ihn geschäftlich beraten wird. Der lässt sich aber Zeit, und so haben wir viel Zeit uns in der Gegend umzusehen.

Wir verlassen das Hotel und suchen uns zuerst ein Frühstück: wir finden einen Maishaye, ein Straßenverkäufer mit Imbiss in einer improvisierten Holzbretterbude. Er verkauft Omelett mit Brot (also weißem Toast), dazu gibt es Kaffee oder Schwarztee. Zum Kaffee/Tee kommt noch ein Beutel Kakaopulver, eine Büchse Konservenmilch oder zwei bis drei Löffel Zucker dazu. Manche nehmen auch alles zusammen. War ein gutes Frühstück und sehr reichhaltig.

Maishaye

Danach geht es wieder zum Autohändler, wo der Freund telefonisch eine Verspätung meldet. Da um die Ecke ein Markt ist, machen wir in Begleitung eines Einheimischen ein paar Besorgungen. Gelegenheit ein paar Mitbringsel zu kaufen und noch mehr Fotos zu schießen.

Am Ende des Tages warten wir vergeblich auf den Freund. In einem neuen Hotel werden wir noch eine weitere Nacht bleiben. Der Gastgebervater besteht darauf, damit wir morgen noch genug Gelegenheit für eine Stadtrundfahrt haben. Da hört man sich nicht nein sagen!
Das neue Hotel ist ebenso schön wie gestriges, doch deutlich besser erhalten und sauberer. Leider ohne WiFi, dafür mit TV und Aljazeera. So bleibt man auch über die kontinuierlich sprießenden Schnapsideen und Provokationen, mit denen der neue mächtigste Mann der Welt Tag für Tag auftrumpft, auf dem Laufenden.

Überraschenderweise taucht der Freund nun doch noch auf. Er entschuldigt sich ausgiebig und lädt uns zum Abendessen ein. Doch mein Gastgebervater lehnt ab und schlägt stattdessen ein Frühstück vor. Wir unterhalten uns noch eine Weile zu dritt (u.a. über das Phänomen, dass das nigerianische Leben wegen der Temperaturen fast nur draußen und das deutsche Leben aus selbigem Grund fast nur drinnen stattfindet. Deshalb seien Nigerianer so verquatscht und unproduktiv, beklagt der Freund). Danach verabschiedet sich der Freund für heute und wir fahren Abendessen. Selbes Restaurant, gleicher Tee, aber ein neues Gericht. Reis mit einer Art Rindergulasch und einem ganzen Fisch. Gut gewürzt und äußerst sättigend.

Morgen früh geht’s weiter in Kaduna und mittags zurück nach Abuja, um dann hoffentlich noch rechtzeitig zu Geschäftszeiten die Flugtickets nach Lagos fürs Wochenende kaufen zu können. Die letzten 7 Tage in Nigeria versprechen nochmal spannend zu werden.