Take Away #1: Gelassenheit

Einmal in Perspektive gesetzt ist Vieles halb so wild. Akzeptiere und verschwende keine Nerven auf das, was du nicht ändern kannst, und widme dich dem Augenblick mit seinen Gegebenheiten.

Nigeria, und wahrscheinlich auch viele andere vergleichbare Regionen der Welt, lehren das jeden Tag. Strom plötzlich weg? Alle Tage wieder kein fließendes Wasser auf unbestimmte Zeit? Völlig überlastete Straßen mit Verkehrsregeln, die höchstens auf dem Papier gelten? Nervige Mücken, von denen jede einzelne Malaria ueberbringen kann?

Es gibt viele Fälle, in denen aufgrund von schwacher Institutionen, schlechter Infrastruktur oder höheren Mächten ein bestimmter Zustand eintritt, welchen man selber nicht (sofort) ändern kann. Sehr wohl kann man sich jedoch arrangieren, wie man mir hier beigebracht hat, doch das ist leichter gesagt als getan. Zu groß ist die Versuchung und die Gewohnheit, sich aufzuregen, zu lamentieren und zu hadern. Nichts von dem ist jedoch konstruktiv, schlimmer noch wirkt sich all dies destruktiv auf die eigene Psyche in die seiner Mitmenschen aus. Es gibt immer eine Lösung, sei es um noch so viele Ecken. Hier in Nigeria schafft man sich eben Generatoren an, zapft Frischwasser auf Vorrat wenn verfügbar, fährt vorsichtig und geduldig Auto, und akzeptiert die ständige Gefahr von Malaria, was prophylaktisch und akut behandelt werden kann.

Hier geht es um ganz andere Ebenen der Bedürfnispyramide als wir es aus unserem Alltag gewohnt sind. Stau auf der A8 nach München? S-Bahn vor der Nase weggefahren? Wetter lässt zu wünschen übrig? Steak ist eher well done als medium? Schon wieder nerviger Email-Spam? C’est la vie. Meine Nerven und Aufmerksamkeit sind mir für solche Ablenkungen vom Wesentlichen jedenfalls zu schade.