Vor 24h habe ich Europa verlassen, und seit 17h befinde ich mich auf nigerianischem Boden. Zum ersten Mal seit einigen Jahren sehe ich meine Patentante Eli wieder, zum ersten Mail seit vielen Jahren ihren Mann Sa’eed, und zum ersten Mal ueberhaupt ihre Tochter Ida. Ich befinde mich in einem Vorort von Abuja, der Hauptstadt von Nigeria, welche vor nicht allzu langer Zeit als kuenstliche Planstadt in der Mitte des nigerianischen Staates angelegt wurde. Inzwischen sind saemtliche Regierungsinstitutionen mitsamt des ganzen Rattenschwanzes (Ministerien, Parlament, NGOs, Hilfsorganisationen und Firmen) umgezogen und es entwickelt sich ein Oekosystem, wie man es in einer normalen Stadt vorfindet. Das macht Abuja zur wohl am schnellsten wachsenden Stadt in ganz Afrika, wie man mir sagte.
Seit meiner Ankunft ist nicht viel passiert, aber ich war dennoch sehr beschäftigt. Allein das Aufnehmen sämtlicher Eindrücke von hier alltäglichen Situationen sorgt für spannende Erlebnisse, sei es der Straßenverkehr, die Wohnsituation, die Strom- und Wasserversorgung, die Esskultur, der Kleidungsstil oder das Klima.
Zu all den anderen Punkten könnte man jeweils ein Buch schreiben, aber das lasse ich fuer heute mal. Heute den Tag war der Kampf mit der Müdigkeit allgegenwaertig, wohl wegen der kurzen Nacht mit 2h Schlaf im Flugzeug. Vielleicht aber auch wegen der Malaria-Prohpylaxe: Kurioserweise darf ich mich dank der praeventiven Malaria-Medizin auf allerlei merkwuerdige Nebenwirkungen einstellen, die einer tatsaechlichen Malaria-Infektion wohl recht nahe kommen (wenn natuerlich deutlich schwaecher und kontrolliert).
Morgen geht es erstmals auf die Farm, die 2h entfernt vom Haus außerhalb von Abuja liegt. Um das Haus in der Stadt treiben sich zwar auch Hunde, Katzen, Agamen, Affen und Fledermäuse als Haustiere bzw. Nachbarn, doch auf der Farm wird das nochmal deutlich vielfältiger. Frische Mandarinen und Papaya von dort haben wir heute schon gegessen, kann den Nachschub kaum erwarten.
